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12+
zweite liga für kunst und kultur
In allen Netzen ist Ruh

Graz, am 31.12.2014. Weihnachten ist vorbei, Sylvester steht bevor. Seit Mitte des Jahres geht ein Gerücht um an den Schulen, in den Straßenbahnen, in den Firmen der stadt: das Internet ist scheiße. Die Stadt geht offline.

Eine Gruppe von Menschen, von denen keiner weiß, wer sie sind, hat sich vorgenommen, ab 1.1.2015, punkt null uhr null, alle Verbindungen zu kappen und der Stadt eine Woche offline zu schenken. Auf facebook, instagram, twitter und im Bürgermeisteramt hat sich Panik ausgebreitet, weil keiner weiß wie und wann was genau passieren wird. Doch das Vorhaben hat viele Anhänger und Anhängerinnen in der Bevölkerung gefunden: Jugendliche, Kinder, Erwachsene und alte Menschen finden Gefallen an der Aktion und treffen sich illegal und unbeobachtet auf Onlineplattformen wie “Graz ohne Netz und doppelten Boden”.

Das Stück “In allen Netzen ist Ruh” dreht sich um drei Menschen, die sich online treffen. Sie kennen sich nicht, aber sie haben einen gemeinsamen Auftrag: die Stadt ohne Netz. Zusammen planen sie die Aktion, tauschen Informationen aus, präsentieren sich, pokern um ihre Fähigkeiten, blühen auf, bekommen Angst, überzeugen sich neu, entwerfen Strategien, vernetzen sich. Und ganz langsam wird den dreien klar, dass sie mehr teilen, als ihnen lieb ist.

"Bemüht, Theatergewohnheiten zu zerhacken, hopst unter Vera Hagemann ein anonymes Internet-Trio in Weiß (Christina Lederhaas, Barbara Kramer, Klaus Messner) im Keller des Kooperationspartners TaO! vor der Halbmondleinwand. Auf dieser formen Frederic Guilles Graffiti-Stadtbilder und das amüsante Video von Peter Venus ein eigenes Kunstwerk, mit dem die 'zweite liga für kunst und kultur' nicht nur junges Publikum packt." [Kleine Zeitung]

"Die 'zweite liga für kunst und kultur' lässt ihre Avatare (Christina Lederhaas, Barbara Kramer, Klaus Messner) auf der Bühne des Grazer TaO! blind durch den virtuellen Raum tanzen, stolpern und kriechen. Hinter den elektronischen Fassaden verbergen sich Suchende, die sich nach 'echten' Kontakten sehnen und der Realität dennoch nicht über den Weg trauen. Umgeben von einem Halbkreis an Schirmen, auf die Bilder der verfallenden Gegenwart projiziert werden (Design: Fréderic Guille) träumen sie von einer alternativen Zukunft. Johannes Schrettle hat seinen Text an die sprachlichen Muster des Internets angelehnt." [Kronen Zeitung]

"Kontaktlosigkeit in der wirklichen Welt, die teils gefährliche Anonymität im Netz, Einschränkung trotz vermehrter Möglichkeiten und fehlende (tatsächliche) Kommunikation als Folgen des unbändigen Internet-Konsum werden aufgezeigt. Je weiter sich das Stück entwickelt, desto intimer und greifbarer wird dabei die Message. Ein Prozess der sich lohnt. Aus der großen Weltverschwörung mit der Idee der Zerstörung des Internet wird zwar eine Familienrevolution, aber klein anzufangen empfiehlt sich sowieso." [ventilartor.at]

"Im Stroboskoplicht zu basslastigem Synthie-Sound tanzend erwachen drei Avatare in weißen Gankörperoutfits zum Leben. Weil sie verschlüsselt sind, können sie einander nicht sehen, und so tapsen, stolpern, rempeln und wälzen sich orientierungslos durch den Raum. Manchmal verschwinden die Avatare auch einfach, wie das eben so ist, wenn der User mal kurz offline geht und den Laptop zuklappt. (...) Sie sind Revolutionäre, die an die Utopie eines authentischen Lebens ohne Facebook und Twitter glauben. Zugleich jedoch sind sie durch und durch Geschöpfe einer vernetzten Welt, und das heißt zuallererst: Sie trauen einander nicht über den Weg. Wie soll man denn auch nicht paranoid werden, wenn man dauernd mit neuen, fantasievollen Lebensentwürfen konfrontiert wird? In Schrettles verspielter Versuchsanordnung wartet eine neue Identität immer bloß ein paar Tasten weiter..." [nachtkritik.de]

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Arr-down

Vera Hagemann, Johannes Schrettle

Johannes Schrettle

Vera Hagemann

Barbara Kramer, Christina Lederhaas, Klaus Meßner

Frederic Guille

Robert Lepenik

Peter Venus